Kulturmanagement Exkursuion Berlin | Tag 3 (Teil2)

25. Juni 2008

Der andere Abend

Bericht aus der Deutschen Oper am Abend des EM-Halbfinales

Wärend auf der Fanmeile in Berlin schon seit Stunden Tausende Fans auf den Anpfiff warten und bereits überlegt wird, das Gelände wegen Überfüllung zu schließen, machen wir uns zu sechst auf den Weg in die Deutsche Oper, zur „Bohème“ mit Sängerstar Harteras.
Am Kartenschalter heißt es, das Kartensystem sei ausgefallen (die Techniker sitzen wohl schon längst hinter ihrem Fernseher..), deshalb gibt es Karten zum Studentenpreis für alle, freie Platzwahl inklusive. Eigentlich sind die Vorstellungen schon Wochen vorher ausverkauft, aber da Millionen Menschen heute abend das Schicksal der deutschen Mannschaft mehr bewegt als eine schöne Stimme, sitzen wir auf den teuren Plätzen, Empore, erste Reihe. Ringsum gibt es noch jede Menge freie Plätze, allerdings sind tatsächlich auch ein paar Junge im Publikum, die gleich kritisch analysiert werden: Warum schaut der sich denn nicht das Spiel an? Fehlplanung oder komplett Vergeistigter? …

Die Ouvertüre beendet die hochwichtigen Gesellschaftsstudien und spätestens bei Mimis Arie (die Harteras singt wirklich grandios…) spielen Fragen danach, wie es wohl gerade steht und ob Deutschland schon führt, keine Rolle mehr – Pariser Studenten 1896 gegen Deutsche Nationalelf 2008 1:0!
Nach dem Schlussapplaus haben wir es dann aber doch alle eilig, das Ende des Fussballspiels noch zu sehen: Zur Live-Fanfare der Trompeter schreien wir vor dem Fernseher der Opernkantine für die letzten drei Tore begeistert „Bravo“ – Verzeihung, „Tooor“!

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Kulturmanagemt Exkursion Berlin | Tag 3

25. Juni 2008

Oper und Fußballkultur?

Heute aus zwei Sichtweisen, was den Abend betrifft. Warum? Weil heute das Halbfinale der Fußball-EM (Deutschland-Türkei) anstand und ebendso der Besuch der Deutschen Oper.

Natürlich wurde auch Heute wieder besichtigt. Das Radialsystem V an der Spree stand auf dem Programm. Dort stand einigen schon fast der Mund offen angesichts des Baues, der Infrastruktur und der sich daraus ergebenden Möglichkeiten, die man doch zu gerne selbst nutzen wollten würde. Und auf einer Terasse sitzend erfährt man dann, was es für unerwartete Schwierigkeiten geben kann, wenn man ein große Gewerkschaft in der Nachbarschaft hat. Man kann als Kulturmanager nie weit genug denken, nehme ich daraus mit und denke noch ein wenig an die Möglichkeiten und Ideen, die das Radialsystem V bietet.

Danach: Weiter im Plan. Wir wollten noch zu einem Besuch in die Deutsche Oper, wo inzwischen auch ein Absolvent unseres Studiengangs seine berufliche Heimat gefunden hat und ein Gespräch mit Operndirektor und geschäftsführenden Direktor auf dem Programm stand. Nach einer Führung durch das Haus standen uns diese im Gespräch zur Verfügung. Und ich kann für mich behaupten, etwas gelernt zu haben.

Aber dann der Abend: Die Auswahl zwischen Hochkultur (La Bohème) und Fußballkultur (EM-Halbfinale). Die Gruppen teilten sich. Die Version des Opernbesuchs kann in der zweiten Version des Eintrags gelesen werden.

Wir, also die Fußballfans machten uns auf den Weg, um auf und in einem ehemaligen Umspannwerk (Industriekultur) das Spiel Deutschland-Türkei anzuschauen. Das finde ich übrigens völlig in Ordnung, denn angehende Kulturmanager sind auch nur Menschen und können ebenso Fußballfans sein.

Das Fußballspiel hatte an Spielkultur vielleicht nicht so viel zu bieten, machte dies jedoch durch Spannung wieder wett. Unglaublich, es wurde mitgefiebert, gelitten, geschrien, gesungen und am Ende lag man sich in den Armen. Finale! Und angesichts der Attribute könnte es sich auch durchaus um eine Oper gehandelt haben.

Nach dem Spiel brachen in Berlin Dinge aus, die man unter Fankultur, Hauptstadtkultur oder auch Karneval der Kulturen beschreiben könnte.