Kulturmanagement Exkursion Berlin | Tag 5

27. Juni 2008

Am Ende.

Die Exkursion neigte sich dem Ende, denn die Fahrt zurück nach Stuttgart (Ludwigsburg) sollte lang dauern für die, die nicht noch in Berlin blieben oder anderweitig weitereisen wollten. So stand am letzten Tag nur noch ein Besuch im Kulturkaufhaus Dussmann auf dem Programm, und wir bekamen eine Führung durch den Geschäftsführer. Sehr informativ, wie dieses Kaufhaus funktioniert und aufgebaut wurde.

Anschließend ging es dann ganz noch oben. Sowohl im Gebäude als auch in der Hierarchie. Ein Gespräch mit dem Vorstandsvositzenden der Dussmann-Gruppe, Thomas Greiner, der einst selbst aus dem Kulturbereich kam, stand auf dem Programm. Der Termin war nur für geladene Gäste, aber wann hat man schon einmal ein Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden eines Unternehmens mit 50 000 Mitarbeitern? Und besser könnten die managerialen Fähigkeiten vielleicht auch gar nicht geschult werden……………….

Das war es dann aus Berlin und auch mit diesem Blog. Vielleicht gibt es bald wieder etwas aus der Welt des Institutes für Kulturmanagement Ludwigsburg. Auf jeden Fall im neuen Semenster.

Was noch wichtig ist, auch am ersten Tag waren wir nicht untätig, sondern haben uns noch mit zwei Kulturbetrieben beschäftigt, die nicht unerwähnt bleiben sollen. Zeitreisen erfreute uns mit ihrer Videobustour und ihrer guten Idee und die Daimler Kunstsammlung mit einer abendlichen Führung durch einen ehemaligen Absolventen und schöner Minimal Art.

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Kulturmanagement Exkursion Berlin | Tag 4

26. Juni 2008

Wir sind immer oben.

Heute waren wir zuerst bei der Berlin Tourismus Marketing GmbH, um dort ein wenig über deren Arbeit zu erfahren und zu schauen, was man im Seminar „Kulturtourismus“ alles gerlernt hatte. So brav ist man.

Danach waren wir über gute Beziehungen im Reichstag zu Gast und das sogar im Innern, um dort das Gebäude und die Kunst am Bau anzuschauen. Wirklich schön, eine Bereicherung, mehr braucht man nicht zu sagen.

Anschließend waren wir dann auf der Museumsinsel zu einem Hintergrundgespräch mit Dr. Matthias Henkel, dem Leiter der Kommunikation der Generaldirektion und des Fundraising. Eine eindrucksvolle, mitreissende Person, mit Herkulesaufgabe, die für ihre Arbeit brennt. Und das, obwohl es keine leichte Aufgabe ist, so viel unterschiedliche Museen und Direktoren unter einen Hut zu bekommen…………… (Mehr verrate ich nicht. – Es war ein Hintergrundgespräch).

Er zeigte uns auch, wie die Museumsinsel in Zukunft aussehen wird. Man darf gespannt sein. Beeindruckend auch das Selbstverständnis der Einrichtung(en). Dort wird in einer anderen Liga gespielt, und man hat noch viel vor, um mal im Fußballjargon von gestern zu bleiben. Nach der Begegnung mit Dr. Henkel ging es noch zu einer Führung ins Bodemuseum. Auch gut, aber nach 2 Stunden fesselndem Hintergrundgespräch war das mehr ein Bonus zum mitnehmen. (Aber das ist meine subjektive Sicht.)


Kulturmanagement Exkursuion Berlin | Tag 3 (Teil2)

25. Juni 2008

Der andere Abend

Bericht aus der Deutschen Oper am Abend des EM-Halbfinales

Wärend auf der Fanmeile in Berlin schon seit Stunden Tausende Fans auf den Anpfiff warten und bereits überlegt wird, das Gelände wegen Überfüllung zu schließen, machen wir uns zu sechst auf den Weg in die Deutsche Oper, zur „Bohème“ mit Sängerstar Harteras.
Am Kartenschalter heißt es, das Kartensystem sei ausgefallen (die Techniker sitzen wohl schon längst hinter ihrem Fernseher..), deshalb gibt es Karten zum Studentenpreis für alle, freie Platzwahl inklusive. Eigentlich sind die Vorstellungen schon Wochen vorher ausverkauft, aber da Millionen Menschen heute abend das Schicksal der deutschen Mannschaft mehr bewegt als eine schöne Stimme, sitzen wir auf den teuren Plätzen, Empore, erste Reihe. Ringsum gibt es noch jede Menge freie Plätze, allerdings sind tatsächlich auch ein paar Junge im Publikum, die gleich kritisch analysiert werden: Warum schaut der sich denn nicht das Spiel an? Fehlplanung oder komplett Vergeistigter? …

Die Ouvertüre beendet die hochwichtigen Gesellschaftsstudien und spätestens bei Mimis Arie (die Harteras singt wirklich grandios…) spielen Fragen danach, wie es wohl gerade steht und ob Deutschland schon führt, keine Rolle mehr – Pariser Studenten 1896 gegen Deutsche Nationalelf 2008 1:0!
Nach dem Schlussapplaus haben wir es dann aber doch alle eilig, das Ende des Fussballspiels noch zu sehen: Zur Live-Fanfare der Trompeter schreien wir vor dem Fernseher der Opernkantine für die letzten drei Tore begeistert „Bravo“ – Verzeihung, „Tooor“!


Kulturmanagemt Exkursion Berlin | Tag 3

25. Juni 2008

Oper und Fußballkultur?

Heute aus zwei Sichtweisen, was den Abend betrifft. Warum? Weil heute das Halbfinale der Fußball-EM (Deutschland-Türkei) anstand und ebendso der Besuch der Deutschen Oper.

Natürlich wurde auch Heute wieder besichtigt. Das Radialsystem V an der Spree stand auf dem Programm. Dort stand einigen schon fast der Mund offen angesichts des Baues, der Infrastruktur und der sich daraus ergebenden Möglichkeiten, die man doch zu gerne selbst nutzen wollten würde. Und auf einer Terasse sitzend erfährt man dann, was es für unerwartete Schwierigkeiten geben kann, wenn man ein große Gewerkschaft in der Nachbarschaft hat. Man kann als Kulturmanager nie weit genug denken, nehme ich daraus mit und denke noch ein wenig an die Möglichkeiten und Ideen, die das Radialsystem V bietet.

Danach: Weiter im Plan. Wir wollten noch zu einem Besuch in die Deutsche Oper, wo inzwischen auch ein Absolvent unseres Studiengangs seine berufliche Heimat gefunden hat und ein Gespräch mit Operndirektor und geschäftsführenden Direktor auf dem Programm stand. Nach einer Führung durch das Haus standen uns diese im Gespräch zur Verfügung. Und ich kann für mich behaupten, etwas gelernt zu haben.

Aber dann der Abend: Die Auswahl zwischen Hochkultur (La Bohème) und Fußballkultur (EM-Halbfinale). Die Gruppen teilten sich. Die Version des Opernbesuchs kann in der zweiten Version des Eintrags gelesen werden.

Wir, also die Fußballfans machten uns auf den Weg, um auf und in einem ehemaligen Umspannwerk (Industriekultur) das Spiel Deutschland-Türkei anzuschauen. Das finde ich übrigens völlig in Ordnung, denn angehende Kulturmanager sind auch nur Menschen und können ebenso Fußballfans sein.

Das Fußballspiel hatte an Spielkultur vielleicht nicht so viel zu bieten, machte dies jedoch durch Spannung wieder wett. Unglaublich, es wurde mitgefiebert, gelitten, geschrien, gesungen und am Ende lag man sich in den Armen. Finale! Und angesichts der Attribute könnte es sich auch durchaus um eine Oper gehandelt haben.

Nach dem Spiel brachen in Berlin Dinge aus, die man unter Fankultur, Hauptstadtkultur oder auch Karneval der Kulturen beschreiben könnte.


Exkursion Kulturmanagement Berlin | Tag 2

24. Juni 2008

Es lebe das Netzwerk!

Den Tag auf Exkursion verbringt man gemeinhin damit, sich Dinge, also im Falle von Kulturmanagementstudenten Kultureinrichtungen, Kulturbetriebe und ähnliches anzuschauen.

Heute z.B. waren wir zu Gast im beeindruckenden Jüdischen Museum Berlin und das nicht nur im architektonischen Sinne. Es war auch aus kulturmanagerialer Sichtweise beeidruckend, wie sich die Verantwortlichen präsentierten, denn es wurde nicht nur besichtigt, sondern auch mit den Verantwortlichen im wunderschönen Garten des Museums gesprochen. Aus deren Mündern waren Worte wie z.B „Wir als Dienstleister“ u.ä. zu hören, was in anderen Einrichtungen die Menschen oftmals ganz nervös werden lässt.

Danach noch Besuche in zwei Kulturbetrieben, die man wohl ungestraft Creative Industries nennen darf. Wir waren bei Piranha und bei C/O Berlin, auch hier wurden wir sehr nett empfangen und bekammen gute Ein- und natürlich bei C/O Berlin auch Aussichten.

Nach diesem Programm war ein „come together“ mit Kulturmanagementstudenten aus Berlin und Washington in einem Stiftungsanwesen im Grunewald angesetzt. Nachdem sich die Gastgeber bei uns Süddeutschen gleich mit Brezeln bei uns beliebt machten, nahm der Abend seinen Lauf.

Das Predigen von „netzwerken, netzwerken, netzwerken“ und „flexibel“ sein trug Früchte und konnte auch in die Tat umgesetzt werden. Man hatte sich etwas zu sagen und das nicht nur, weil man es so oft gehört hatte, sondern weil man sich auch tatsächlich verstand. Und dies galt für alle Beiteiligten.

In einer gemütlichen Atmosphäre konnten sich so die Kulturmanager von Morgen schon einmal kennenlernen, sich austauschen und schauen, auf wen man in Zukunft vielleicht einmal treffen wird. Eine gute Idee, diese Zusammmenkunft. Hier gilt den Berlinern Dank.


Kulturmanagement Exkursion Berlin | Tag 1

23. Juni 2008

Eine Kulturreise?

Wenn angehende Kulturmanager eine Reise nach Berlin unternehmen, um sich dort Kultur(unternehmen) anzusehen, ist das dann eine Kulturreise? Oder ist das womöglich schon Kulturtourismus? Ich nehme einfach mal an, dass es sich um eine spezielle Form von Kultureise handelt. Man darf nicht alles so eng sehen.

Aber wie reisen angehende Kulturmanager auf Kulturreise am besten? Natürlich mit der Bahn. Wenn man das Wort Kultur schon im Namen trägt, dann muss man ja auch auf die Umwelt achten, einerseits weil man Kulturbürger ist und andererseits wegen dem sehr weiten Kulturbegriff.

Zudem hat Bahnfahren eigentlich etwas sehr beruhigendes und man könnte auf dem Weg nach Berlin draußen am Fenster die Kulturlandschaften vorbeiziehen sehen. Aber dies ist ja meist nicht mehr möglich, in den tief eingegrabenen Hochgeschwindigkeitsstrecken kann man meist nur noch die immer gleichen, begrünten Wälle sehen.

Heute möchten die meisten Menschen hauptsächlich schnell ankommen und haben unterwegs schon ihre Akte, ihre Unterlagen oder wie ich, ihren Laptop aufgeschlagen und stellen sich geistig nicht mehr auf das Reisen ein, sondern sind geistig eigentlich schon am Ankunftsort.

Wenn man schnell ankommen möchte, kann man auch fliegen. Ich persönlich mag das eigentlich, das Gefühl, das Flughäfen vermitteln und die Rituale, aber neuerdings ist das ja auch eine Frage der Ökobilanz und des Gewissens.

Und dann wäre man schon bei der Frage ob man Zeitersparnis (Geldersparnis) gegeneinander aufrechnen kann? Auch eine Frage der Kultur.